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Kinder- oder Erwachsenen-Taufe?

"Meine Schwester möchte, dass ich die Patin ihrer kleinen Tochter werde. Ich habe nichts gegen die Taufe oder die Kirche. Ich finde nur, man sollte erst dann getauft werden, wenn man selbst darüber entscheiden kann."

Natürlich spricht einiges für die Taufe Erwachsener. Ein "mündiger" Täufling wird seine Entscheidung und die Taufe wohl niemals vergessen. Aber ich möchte Sie erwärmen für die Kindertaufe. Ich denke, viele reden zu schnell von einer "Bevormundung". Eltern entscheiden doch auch sonst vieles für ihr Kind: Sie wählen die Schulform aus, sie fördern seine sportlichen und musischen Talente, sie möchten, dass es zur Liebe und Freundschaft fähig wird. Niemand spricht da von Bevormundung. Ähnlich ist es mit der Taufe.
Wenn die Eltern Gott vertrauen und ihnen dies hilft, warum sollten sie ihre gute Erfahrung dem Kind vorenthalten?
Die spätere Entscheidung muss das Kind selbst treffen. Gelegenheit, Nein zu sagen, hat es später jederzeit. Gelegenheiten, das großartige Angebot der Taufe wahrzunehmen, werden mit zunehmendem Alter leider allzu oft verpasst. Aber die Taufe ist mehr als ein menschlicher Entschluss: Sie ist ein Angebot Gottes. Wenn das kleine Kind auf seinen Namen getauft wird, heißt das: Für diesen einmaligen Menschen will Gott da sein.

Wir taufen kleine Kinder, damit deutlich wird: Gottes Liebe gilt ihnen ohne Vorbedingung. Gerade in einer Gesellschaft, in der Leistung und Fähigkeiten zählen, ist das eine wichtige und seltene Erfahrung: "Es steht einer zu mir, auch wenn ich mal versage." Das kann ein Kind in kritischen Situationen ermutigen.

Zur Taufe gehört auch die Einsicht der Eltern: "Das Leben dieses Kindes liegt nicht in unserer Hand." Sicher ist die Taufe keine Garantie für gelingendes Leben. Sie kann aber der Anfang eines Weges sein, den ein Kind mit Gott geht. "Mit Gott groß werden" - so heißt eine Kampagne evangelischer Kindertagesstätten. Für mich steckt in diesem Motto viel von der "Wegerfahrung" eines kleinen Menschen mit Gott. Ein Weg, der mit der Taufe seinen guten Anfang nimmt. Sie als Patin können Ihre Nichte an ihre Taufe erinnern.

Ute Schlemmer, Pastorin in Hamburg


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