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Die Frauenhilfe

DIE HEUCHELHEIMER FRAUENHILFE

Die Frauenhilfe mit ihren 15 Frauen trifft sich regelmäßig jeden Mittwoch um 15.00 Uhr im Gemeindehaus in der Schubertstraße zu Andacht, gemeinsamem Kaffeetrinken und kleinen Vorträgen, Bastelrunden oder informativen Gesprächen mit den beiden Pfarrerinnen oder den anderen Mitarbeiterinnen im Team. Im Juli und August ist Sommerpause.


AUSFLÜGE

Der jährliche Ausflug gehört ebenfalls zum Programm. Auch das soziale und kirchliche Engagement ist noch wichtig: Aus ihrem Sparbuch unterstützt die Frauenhilfe immer wieder die Martinsgemeinde bei besonderen Aufgaben oder spendet für diakonische Projekte.

Sommerausflug auf der Lahn August 2008


Ausflug 2005 zum Dottenfelder Hof 



90 JAHRE FRAUENHILFE IN HEUCHELHEIM

"Es war das Schicksalsjahr 1914, der erste Weltkrieg, der infolge dessen für alle, besonders für die Jugend, in ihre moralischen Gedankenwelt einwirkte und trotz Anstrengungen der Lehrer und Verantwortlichen nicht zu leugnen war, die Schule und die Jugend ging im Krieg geistig, moralisch und auch religiös zurück. Nach anfänglicher Begeisterung setzte eine zunehmende Verwilderung ein. Man rief nach einer Jugendwehr die letztlich doch nicht zustande kam."

Dies waren die schriftlich festgehaltenen Worte des damaligen Herrn Pfarrer Dörr, der die Pfarrstelle innehatte. Jezt bliebe zu überlegen was ist zu tun. Von der Kanzel aus brachte er den Frauen sein Anliegen nahe, schlug die Gründung eines Frauenvereins vor und rief zu einer Gründungsversammlung in die Kinderschule in der Wilhelmstraße ein. Dort erläuterte er den Zweck eines solchen Vereins, worauf sich alle 54 Anwesenden zur Gründung entschlossen und Mitglied wurden. Es war der 24. Oktober 1915, der Gründungstag der Frauenhilfe.


Zur Freude der Befürworter wuchs dieser Verein in ganz kurzer Zeit, zunächst als Heuchelheimer Frauenverein, auf 130 Mitglieder an. Er war kein ausgesprochener kirchlicher Verein, wollte aber neben der allgemein menschlichen Liebestätigkeit der Fürsorge für die Soldaten, für Kranke, Arme, Kinder und sonstige Bedürftigen, auch den religiös-sittlichen und kirchlichen Bestrebungen dienen und die Mission sowie den Gustav-Adolf-Verein unterstützen.
Die erste Fürsorge galt den Soldaten im Krieg, für die eine Haussammlung ins Leben gerufen wurde, mit deren Erlös Wolle gekauft wurde. So wurden im ersten Winter nahezu 200 Paar Strümpfe ins Feld an Heuchelheimer Soldaten geschickt. In wöchentlichen Abendversammlungen war man tätig, um nach vielen Seiten den Nöten und Entbehrungen gerecht zu werden. Es war schließlich Krieg.

Dem Vorstand des Frauenvereins gehörten an: Pfarrer Ferdinand Dörr als Geschäftsführer, seine Frau als 1. Vorsitzende, der Bürgermeister Kreiling als 2. Vorsitzender, die Kinderschulschwester Kraus als Rechnerin und Fabrikant Ludwig Rinn als weiteresVorstandsmitglied ; außerdem zwanzig weitere gewählten Mitgliedern. Man wurde tätig - so Pfarrer Dörr in der Hoffnung, „dass der Verein, der die besten Elemente der Heuchelheimer Frauenwelt in sich berge, sich auch weiterhin als ein Segen erweisen möge.“

In der Tat überstand er den 1. Weltkrieg mit all seinen Einschränkungen und seinem unsagbar bitteren Leid. Er ging hinein in die Jahre der Inflation und nicht zuletzt in den Ausbruch des 2. Weltkrieges. Mit all diesen Unzulänglichkeiten hieß es klar zu kommen und Neues dazu zu lernen, was letztlich auch frischen Wind brachte. Schon der Wechsel eines Pfarrers konnte ein Gewinn sein im positiven Sinne.

Der Verein diente nicht nur der aktiven Tätigkeit, nein er war auch Verbundenheit und Kommunikation. Da war die kleine Kaffeerunde, da eine interessante Lesestunde, dort ein kleiner Ausflug, ja sogar eine Mehrtagesreise, da war ein Basar auszurichten oder gar ein Adventsnachmittag vorzubereiten. Die Treffen selbst blieben in den Anfängen auf den Abend beschränkt, die Frauen von damals waren fast ausschließlich an Haus und Scholle gebunden und hatten tagsüber ihre Arbeit. Ihre Ansprüche an Unterhaltung waren überaus bescheiden. Aber die Zeit setzte auch da ihre Zeichen: Das Programm wurde vielseitiger und die Treffen rückten auf den Nachmittag.

Es bleibt zu erwähnen, dass die Frauenhilfe mit den Jahren kleiner wurde: alte Mitglieder starben und neue rückten nicht zahlreich nach, weil die Welt mit anderem lockte und reizte. Es ist ein Zeichen der Zeit, das fast alle Vereine zu beklagen haben. Sei wie es sei - dieser Verein , der sich inzwischen Frauenhilfe nannte, war über viele Jahrzehnte ein festes Standbein unserer Gemeinde und in vielen Richtungen und Nöten tätig. Die wichtigsten Jahre dafür lagen im jetzt vergangenen Jahrhundert.

Ein Same wurde gelegt, die Saat ging auf, es bleibt nur zu hoffen, dass sie nicht verdorrt und als tätige Fürsorge weiter lebt.Frieda Arnold


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